Fritz Reuter

Fritz Reuter

Fritz Reuter ist einer der bedeutendsten Dichter und Schriftsteller der niederdeutschen Sprache. Er wurde im Jahr 1810 in Stavenhagen geboren.

Kindheit und Jugend

Geboren am 7. November 1810 in Stavenhagen als Sohn des gestrengen, tüchtigen und disziplinierten Bürgermeisters Georg Johann Jakob Reuter. Schon als Kind sah sich Fritz Reuter in eine durch den Vater festgelegte Lebensrichtung gedrängt, die dem musisch veranlagten Jungen widerstrebte. Reuter besuchte 1824 die Gelehrtenschule in Friedland und 1828 das Gymnasium in Parchim.

Studium und Gefängnis

1831 begann er auf Wunsch des Vaters das Jurastudium in Rostock. Ein Jahr später begab er sich an die berühmte Universität Jena und schloss sich 1832 den deutschen Burschenschaften an. Für die Metternichsche "Demagogenverfolgung" reichte diese Mitgliedschaft aus, um Reuter 1833 in Berlin zu verhaften. Er befand sich sieben Jahre hinter preußischen Festungsmauern.

Entlassung

Als er 1840 freigelassen wurde, versuchte er das Studium weiterzuführen. Dieses musste er jedoch 1841 wegen Trunksucht und Jähzorn beenden. Daraufhin fing er eine Lehre als Landwirtschaftsvolontär auf einem Gut nahe Stavenhagen an. Während dieser Zeit veröffentlichte er erste Schriften im "Mecklenburgischen Jahrbuch auf alle Stände" und schrieb die hochdeutsche Erzählung "Herr von Hakensterz und seine Tagelöhner".

Hochzeit und erstes WerkFritz Reuter Aquarell

1851 heiratete er Louise Kuntze und lebte als Privatlehrer in Treptow. Er löste sich von der Übermacht des Vaters, der ihn faktisch enterbt hatte. Somit gewann Reuter die Ausgeglichenheit und Ruhe, die er brauchte, um sich auf die niederdeutsche Sprache zu konzentrieren. Sein erstes Werk "Läuschen un Rimels" erschien 1853 im Selbstverlag und wurde ein großer Erfolg.

Höhepunkt und Werke

Reuter erreichte seinen künstlerischen Höhepunkt 1864 mit dem dreiteiligen Roman "Ut mine Stromtid". Durch den wirtschaftlichen Erfolg der "Läuschen" weitgehend unabhängig geworden, verließ Reuter 1856 das Provinzstädtchen und ließ sich als freier Schriftsteller in Neubrandenburg nieder. Hier entstanden u.a. das Vers-Epos "Kein Hüsing" (1857) und "Ut de Franzosentid" (1859). 1863 zog Reuter mit seiner Frau nach Eisenach. Hier vollendete Reuter den dritten Teil seines Buches "Ut mine Stromtid" (1864). "Dörchläuchting" erschien 1866, eine Satire auf die Zustände in Mecklenburg. Das Fragment "De Urgeschicht' von Meckelnborg" wurde 1874 als nachgelassene Schrift veröffentlicht.

Zum Andenken an seine Eltern pflanzte Fritz Reuter 1859 eine Eiche. Diese Reutereiche steht auf einer Anhöhe am Ortsausgang Richtung Neubrandenburg.

Fritz Reuter starb am 12. Juli 1874 in Eisenach.